[1] Paul McAuley, Der stille Krieg
[2] Michael Cobley, Saat der Erde
[3] Gary Gibson, Lichtzeit
[4] Boris Koch, Der Drachenflüsterer
[5] Charles Stross, The Fuller Memorandum
[6] Adam-Troy Castro, Die dritte Klaue Gottes
[7] Steven Erikson, Das Spiel der Götter 13: Im Sturm des Verderbens
[8] Iain Banks: Welten
[9] R. Scott Bakker, Neuropath
[10] Robert Jordan & Brandon Sanderson, Das Rad der Zeit 33: Die Macht des Lichts
Wieder haben wir eine bunte Mischung in unserer Top Ten, kein Autor taucht doppelt oder gar dreifach auf. Voran stürmt die gute alte, unterhaltsame SF und schwingt sich in die Weiten des Alls, auf fremde Planeten und die ersten drei Sprossen unserer Otherlands-Erfolgsleiter. Den Spitzenplatz haben wir denn auch zum diesmonatigen Lese-Tipp erkoren, während Saat der Erde als Auslese-Tipp behandelt wird, und Lichtzeit, der Nachfolger von Lichtkrieg, unserem Publikumsliebling von 2009, besondere Werbung bei unseren Kunden eigentlich gar nicht mehr nötig hat.
Flüstern ist offenbar nachhaltiger als Brüllen, weshalb sich das so spannende wie in gewisser Weise freche Drachenreiterabenteuer unseres Bord-Kochs ... äh, unseres Crewman Boris hartnäckig auf den respektabelsten Plätzen unserer Liste hält.
Nun sollte man, da man den Namen Charles Stross liest, meinen, es ginge wieder mit SF weiter, aber nein: The Fuller Memorandum ist der dritte Band des ganz besonders schmackhaften Dämonenjäger-Trashs aus der Feder des Starautors. Der erste Band ist auf Deutsch (Dämonentor) seinerzeit leider gefloppt, aber in der Originalsprache hat sich Qualität denn doch offenbar durchgesetzt.
Nun aber wieder richtige SF, diesmal mit weiblicher Heldin, härterer Gangart und hohem Unterhaltungswert: Die dritte Klaue Gottes ist die Fortsetzung von Halbgeist, der letztes Jahr bereits zu gefallen wusste. Genau wie die ersten zwölf Ziegelsteine bzw. Spielsteine der Götter, mit denen Erikson seine Fans begeistert. Hochkomplex, episch, weltumspannend ist der Zyklus inzwischen, dessen Folgebände von einer stetig wachsenden Fangemeinde mit Sehnsuscht erwartet werden.
Nach diesem Abstecher in die Fantasy kommt der neue Banks, der seit Jahren ganz lässig und fast schon routiniert in die Top Ten einzieht. Man könnte sich fast einbilden, er würde müde dabei gähnen − wenn Bücher gähnen könnten. Jedenfalls bringt er die Leser nicht zum Gähnen, und das ist die Hauptsache.
Erinnert sich jemand an Schattenfall, diesen Zyklus, den wir so einhellig und begeistert empfohlen haben wie eigentlich kein anderes Werk der jüngeren Fantasy? Nun endlich ist, wenn auch nicht Schattenfall, so doch immerhin sein Autor wieder in unserer Bestenliste vertreten, und zwar mit Neuropath. Nachdem zwei unserer Crewmitglieder beim Testlesen spontan an Schlaflosigkeit litten, weil sie das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnten, singen wir das Lob in die Ohren unserer Kunden, und der Near-Future-Thriller wandert prompt auf ein Siegerplätzchen.
Den Abschluss bildet der lang ersehnte 33. Band vom Rad der Zeit, das Robert Jordan leider nicht mehr dreht. Die Lücke, die der Tod des Autors hinterlassen hat, schließt Brandon Sanderson, und jeder, der Elantris oder Die Kinder des Nebels gelesen hat, weiß, dass mit ihm jemand diese traurige Pflicht übernommen hat, der ihrer durchaus gerecht werden kann. Und so wird vielleicht nicht alles, aber immerhin etwas doch noch − gut. [MaK]
